Tips für Einsteiger

 
Eine Paddeltour mit dem Kanu oder Kajak ist mehr als Sport. Es ist Erholung, Entdeckung, Faszination und Abenteuer zugleich. Ob auf grossen oder kleinen Flüssen, Seen oder schäumenden Wildwassern, mit dem Boot können jung und alt in zauberhafte Urlaubslandschaften vordringen. Sie können Gegenden kennenlernen, die mit dem Auto oder Fahrrad, ja selbst zu Fuss kaum zu erreichen sind.
Wie wird nun aus einem eingefleischten Fussgänger ein Wasserfahrer? Vor dem Gang zum Fachhändler solltest Du Dir Gedanken machen, welche Richtung Du in Deiner beginnenden Paddlerkarriere einschlagen willst. Da gibt es nämlich eine ganze Reihe verschiedener Möglichkeiten:

Kanuwandern

Kanuwandern ist gemütliches Bummeln auf Seen und Flüssen, die Feierabendtour auf dem Hausbach vor dem Bootshaus, die Wochenendfahrt mit anderen Paddlern, das Naturerlebnis, die Ruhe, die Erholung vom Stress des Alltags ....

Wildwasserfahren

Die Grenzen vom Wasserwandern zum Wildwasserfahren sind fliessend. Wenn der Fluss etwas enger wird; etwas mehr Gefälle hat; wenn Steine und Felsen im Weg liegen, wenn Walzen und Wellen den Kanuten zu exakter Fahrt durch diese Schwierigkeiten hindurch zwingen, dann sind wir beim Wildwasserfahren.

Kanu-Freestyle

Was das Snowboarden für den Skisport, ist das Freestyle für den Kanusport: Kaum eine Kanu-Disziplin hat in den letzten Jahren einen so grossen Schub ausgelöst wie das Kanu-Freestyle. Bestand früher für viele sportbegeisterte Wildwasserfahrer die Herausforderung lediglich darin, möglichst steile und schwere Bäche zu befahren, so ist es heutzutage „in“, sich in Walzen zu tummeln und einfach nur Kerzen oder andere spektakuläre Figuren mit dem Boot im Wasser zu drehen.

Materialwahl

Leider gibt es DAS Einsteigerboot, mit dem man alle Gewässerarten gleichermassen gut befahren kann, nicht. Sicherlich ist es für jeden Anfänger, der nicht durch Freunde gute Tips für den Start bekommen kann, am sinnvollsten, zunächst an einen Kanuklub oder eine kommerzielle Kanuschule zu wenden. Dort kann man in Ruhe nicht nur die wichtigsten Paddeltechniken erlernen, sondern auch eine Reihe verschiedener Bootstypen ausprobieren. Sehr schnell wird man dann auch seine persönlichen Neigungen feststellen und mit dieser Erfahrung schnell und sicher die richtige Ausrüstung finden.

Der Paddler

Alter und Konstitution spielen beim Kanufahren nur eine untergeordnete Rolle. Eigentlich ist jeder gesunde Mensch in der Lage, ein Kanu oder Kajak sicher zu bedienen. Selbst ältere oder behinderte Menschen finden den Weg zum Kanusport, wenngleich sie Planung und Durchführung der Touren natürlich ihren Voraussetzungen anpassen müssen.
 
Die Länge der Fahrstrecke, der Schwierigkeitsgrad und die zu erwartenden äusseren Bedingungen müssen immer dem Können und der Kondition der Teilnehmer einer Tour angepasst werden. Dabei versteht es sich von selbst, dass immer das schwächste Mitglied einer Gruppe ausschlaggebend ist. Wer auf eigene Faust loszieht, sollte sich anfangs nicht allzu viel vornehmen. Völlig erschöpft am Ziel anzukommen, ist nur etwas für Hochleistungssportler. Wer nur zum Spass mit dem Boot auf dem Wasser wandern möchte, wird eher Wert auf die Schönheit der Natur legen und Ruhe und Erholung suchen. Wenn Du Dich das erste Mal in ein Kanu oder Kajak setzt, wirst Du vielleicht das Gefühl haben, dass das alles eine verdammt kippelige Angelegenheit ist. Ausserdem wird das Boot höchstwahrscheinlich anfangs nicht unbedingt dorthin fahren, wohin Du es steuern möchtest. Aber nicht verzagen !! Erinnerst Du Dich noch an den Tag, als Du zum ersten Mal auf einem Fahrrad gesessen hast? Das sah wahrscheinlich auch nicht gerade elegant aus. Kanufahren ist eine Sportart, die man nicht über Nacht erlernt. Kanufahren ist aber, eine gute Anleitung vorausgesetzt, gemessen an anderen Sportarten auch nicht übermässig schwierig zu erlernen.
 
Zeige keinen falschen Ehrgeiz, taste Dich langsam an grössere Ziele heran. Wenn das Wasser wilder wird, das Wetter ungünstig oder sogar schwer einzuschätzen, künstliche Hindernisse im Fluss auftauchen, scheue Dich nicht, Deine Tour auch einmal zu unterbrechen oder gar abzubrechen. Das Element Wasser ist nie ein Gegner, gegen den man eine Chance hat. Es bedarf einer gewissen Erfahrung, den Willen des Wassers zu erkennen und mit ihm zu fahren. Lasse Dich nicht auf kopflose Unternehmungen ein. Das Wasser ist zu faszinierend, um womöglich darin umzukommen.
 
Wenn unter den Paddlern vom „Kanufahren“, Kanusport oder von „Kanuten“ die Rede ist, dann steht das Wort „Kanu“ fast immer stellvertretend als Sammelbegriff für alle paddelbaren Boote. Ist ein Boot gemeint, das mit dem Stechpaddel fortbewegt wird, nennt man es ebenfalls Kanu oder aber „Canadier“, wird es mit Doppelpaddel angetrieben sprechen wir von einem „Kajak“.
 
Für jeden Gewässertyp gibt es ein spezielles Boot. Wasserwanderer bevorzugen längere Kajaks oder Canadier, denen man je nach Ausrüstung ordentlich Gepäck zuladen kann. Auf Wildwassern sollte das Boot hingegen wendig sein. Für Seekajakfahrer gibt es Boote, die der Form der Eskimo-Kajaks nachempfunden sind und speziell für Fahrten über grosse Wasserflächen ausgerüstet sind. Sogenannte „Kombiboote“ können dabei sicherlich einen Teil der verschiedenen Anforderungen erfüllen, nie aber auf allen Gewässern genutzt werden. Wenn Du noch unsicher bist, lass Dir Zeit mit dem Bootskauf, und schnuppere erst einmal in die verschiedenen Arten des Kanusport hinein.

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